Gemischter Chor Lorscheid


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Historie

Ein kurzer Streifzug durch unsere Historie...
Vorkriegszeit - Gründung MGV - Gründung Kinderchor & Gemischter Chor - Vereinsführung

—————————————————————— Die Vorkriegszeit ——————————————————————

Aus einem Auszug aus der Schul- und Dorfchronik Lorscheid ist erwiesen, dass bereits 1920 ein Männergesangverein gegründet wurde. Zweck der Gründung dieses Vereins war, "den gefallenen Helden unseres Ortes eine Gedenkfeier zu bereiten und den heimgekehrten Kriegern einen Willkommensgruß zu entbieten". Dieses "Kriegerheimkehrfest" fand statt am 25.Juli 1920 unter großer Be­teiligung der Dorfbevölkerung und "aus der Bürgermeisterei (Bescheid) hatten sich viele Freunde in Lorscheid versammelt, um das erste Kriegerfest des Hochwaldes mitzubegehen". "Das Dorf war festlich geschmückt. Alle Häuser waren frisch geweißt und beflaggt. Die Häuser der Gefallenen waren durch Trauerschleifen gekennzeichnet. In den Straßen waren sechs Triumphbögen errichtet. Eine Musikkapelle führte den Festzug durch das Dorf bis zur Wirtschaft Britz. Vor den 80 heimgekehrten Kriegern gingen noch 4 Veteranen des Krieges 1870/71." Bei dieser Feier trat erstmals der aus 20 "Kriegern" bestehende Männer­chor unter der Leitung des Lehrers Rogge auf mit "eindrucksvollen vier­stimmigen Chorsätzen wie Die Sonne sank im Westen, In stiller Kammer ruht das Kind, Kein schöner Tag auf dieser Welt, In der Heimat ist es schön, Was willst du in der Fremde tun." Der 25. Juli 1920 kann als der Gründungstag eines ersten Männerchores in Lorscheid vermerkt werden. Noch im gleichen Jahr gab er sich den Namen MGV Eintracht unter folgendem Vorstand:

  • Johann Scholer, 1. Vorsitzender
  • Johann Eiden, 2. Vorsitzender
  • Peter Michels, Schriftführer
  • Peter Paulus, Kassierer

Aus dem Erlös dieses Kriegerheimkehrfestes weiteren Theateraufführungen, Wohltätigkeitsveranstaltungen, Tanzabenden und Haussammlungen - die Gemeinde verzichtete auf die ihr zustehende sogenannte Lustbarkeitssteuer - trug man die Mittel in Höhe von 10.500 Mark für ein Kriegerdenk­mal zusammen, das am 8.Mai 1921 unter Mitwirkung von Gesangverei­nen aus Fell, Fastrau, Riol, Thomm, Waldrach, Osburg, Bescheid und Beuren feierlich eingeweiht wurde.
„Die Nachmittagsfeier begann mit einem Trauergottesdienst für die Gefallenen. Tiefen Eindruck machte das vierstimmig vorgetragene Miserere. Das Denkmalkomitee unter der Leitung von Peter Paulus, Kaspar Scholer, Johann Scholer, Nikolaus Eiden, Peter Jakobs und Peter Michels übergab das Denkmal an die Gemeinde zur „dauernden Erhaltung und würdigen Ausschmückung des Platzes“.

Lehrer Rogge leitete den Verein bis 1924; sein Nachfolger wurde Peter Molitor bis 1933. Zur Einweihung der neuen Schule am 12. 11. 1928 dirigierte Lehrer Rogge noch einmal einen Chor, der eigens für diesen Zweck aus früheren Schülern zusammengestellt war; dabei trug dieser Männerchor vierstimmige Lieder (Die Himmel rühmen, Rheintreue, Hochwaldlied ) vor.
Im Jahre 1927 wurde noch ein
zweiter Männergesangverein Germania unter dem Dirigenten Paul Michels gegründet. Im Vorstand dieses Vereins wirkten mit: Peter Clemens als 1. Vorsitzender, Adolf Scheuer (Schriftfüh­rer) und Peter Marx (Kassierer). Ab 1928 übernahm Franz Michels die Chorleiterstelle.
Am 13.Juli 1930 fand eine große Befreiungsfeier (die Räumung des Rhein­landes durch die Franzosen) für die Bevölkerung, des Landkreises Trier in Pfalzel (Sportplatz) statt. Auch die beiden Lorscheider Gesangvereine hat­ten ihre Mitwirkung zugesagt (
Die Himmel rühmen, Du mein Mosel­land). Damals wirkten im MGV Eintracht 43 und im MGV Germania 33 Sänger mit; jeder 6. Einwohner war also aktives Mitglied in einem dieser beiden Vereine.
An einer nationalsozialistischen Sonnenwendfeier am 24. Juni 1933 auf der Bescheider Heide beteiligten sich die beiden Chöre wohl letztmalig.
Wie sehr nationalsozialistisches Gedankengut schon bald bis in die Dörfer Einzug gehalten hatte, zeigte sich am 9. November 1933 auch in Lorscheid, als eine Gedenkfeier für die gefallenen Hitleranhänger an der Feldherrn­halle in München in einer "Wirtschaft" stattfand; der Gefallenen des 1. Weltkrieges wurde nicht gedacht. Bei dieser Feier sang ein Gesang­verein das Lied
Die Sonne sank im Westen . Eine genauere Bezeichnung des Vereins ist nicht gegeben, da die beiden Vereine aufgelöst und in den Gesangverein Lorscheid eingegliedert wurden. Noch einmal tritt ein Gesangverein auf, um dem damals ältesten Einwohner und Veteran des Krieges 1870/71 und dem langjährigen Vorsteher (30 Jahre), Matthias Michels, am 29. 12. 1934 zu seinem 86. Geburtstag ein Ständchen darzubringen.
Bei vielen Feiern des "braunen" Regimes (Sonnenwendfeier. Hitlers Geburtstag, Totenehrungen usw.) war das Auftreten eines traditionellen Gesangvereins nicht mehr erwünscht; er wurde ersetzt durch Sprechchöre und das Auftreten der verschiedenen, straff organisierten NS-Gruppierungen.


———————————— Gründung eines neuen Männergesangvereins Harmonie Lorscheid ————————————

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde unter den jungen Männer des Dorfes und den bereits aus der Kriegsgefangenschaft Heimgekehrten der Wunsch laut, die hervorragende sängerische Tradition der Vorkriegsjahre wieder aufleben zu lassen.

Der im Jahre 1947 gegründete Männergesangverein übernahm bewusst nicht die Bezeichnung eines Vorkriegsvereins, sondern gab sich den Namen Harmonie , um damit den einmütigen Willen zur Zusammenarbeit und zu einen Neubeginn zu bekunden.
Folgende Männer haben diesen
Verein damals gegründet:

Kilian Jakoby - Heinz Kravatzki - Josef Becker - Anton Oswald - Johann Krist - Edmund Becker - Paul Kronz - Edmund Roa - Heinrich Becker - Adolf Krist - Andreas Michels - Roni Molitor - Josef Molitor - Edmund Schneider - Rudolf Derbach - Johann Eiden - Klaus Jakoby - Peter Krist - Ludwig Prümm - Arnold Becker - Johann Jakobs
Zu diesen Gründungsmitgliedern gesellten sich bald noch weitere Männer, die entweder durch Kriegsgefangenschaft oder aufgrund ihres jugendlichen Alters (Aufnahmealter damals 18 Jahre) nicht von Anfang an dabei sein konnten:
Johann Michels, Hauptstr. - Bernhard Krist - Johann Michels, Wellscheiderstr. - Johann Jakoby - Klemens Becker - Rudolf Jakobs
Unter Leitung von Paul Clemens als Dirigent wurde mehrmals in der Woche intensiv geprobt, und so erreichte der Verein innerhalb weniger Jahre ein beachtliches Niveau, das besonders auf dem Sängerfest in Fell 1949 die entsprechende Würdigung fand.
Den Höhepunkt in seine Aufwärtsentwicklung erreichte der Chor am Bundeswertungssingen des Sängerkreises Trier-Land/Saarburg-Bitburg 1951 in Höfchen, als er in der Klasse A gegen stärkste Vereine (mit über 30 Sängern) einen 3. Preis errang. Als der tüchtige Dirigent Paul Clemens kurze Zeit später verzog, übernahm Peter Molitor, der damals auch Leiter des Kirchenchores und Organist war, die gesangliche Leitung des Vereins.

Ein weiterer Höhepunkt des jungen, sehr rührigen Vereins erfolgte am 17. Juni 1955, als erstmals ein Sänger- und Heimatfest (ohne Zelt!) in Lorscheid veranstaltet wurde. Noch viele Lorscheider erinnern sich heute an dieses großartige Ereignis, das dem nur 20 Mitglieder umfassenden Verein bei strahlendem Sonnenschein einen vollen Erfolg bescherte. Gastvereine aus Waldrach, Osburg, Reinsfeld, Kasel, Morscheid, Rascheid und Thomm nahmen am Ehrensingen teil. Fünf Sangesbrüdern wurde damals die silberne Ehrennadel des Sängerbundes Rheinland-Pfalz für 25 jährige Treue zum deutschen Lied überreicht: Josef Schmelzer, Arnold Carls, Jakob Dixius, Johann Michels und Peter Molitor. Aus gesundheitlichen Gründen musste Peter Molitor 1956 sein Dirigentenamt niederlegen. Über mehrere Jahre bereitete die Dirigentenfrage dem Verein große Sorge, bis Lehrer H.Steinheuer im Jahre 1962 für die musikalische Leitung des Chores gewonnen werden konnte.
Es folgte eine Zeit intensiver und kontinuierlicher Probenarbeit, deren Erfolg sich beim Wertungssingen des Sängerkreises Trier-Land am 12. Januar 1964 in Osburg zeigte, als der Chor die Note „sehr gut“ neben Osburg und Hermeskeil erhielt.

Innerhalb des Ortes trat der Chor beim ersten Martinszug 1962 öffentlich auf. Ein besonders gelungener Musik- und Theaterabend des MGV führte im Januar 1963 fast die gesamte Dorfgemeinde im Jugendheim zusammen. Unter dem Protektorat von Amtsbürgermeister Feldges feierte der Gesangverein 1967 sein 20jähriges Bestehen. Erstmals wurde zu einem solchen Fest in Lorscheid ein Zelt errichtet. Das Fest fand in Lorscheid und Umgebung eine überaus große Resonanz, da seit dem Jahre 1955 keine Veranstaltung in einem solch großen Rahmen stattgefunden hatte. Zu diesem Jubiläum hatten die Mitglieder des Vereins eine Festzeitschrift herausgegeben.
Große Probleme kamen auf den Verein auf Grund der sinkenden Sängerzahl um 1970 zu, bis es ihm gelang, zu Beginn der 80er Jahre
besonders Jugendliche für die gesangliche Tätigkeit im Chor zu begeistern.
Das 25jährige Stiftungsfest im Mai 1972 fand auf einen eigens dafür hergerichteten Festplatz oberhalb des Kindergartens statt.
Seit dem Jahre 1972 veranstalteten in jährlich wechselndem Turnus die Ortsvereine MGV
Harmonie, der Kirchenchor Cäcilia und die Freiwillige Feuerwehr die Kirmes und das Heimatfest am 2. Sonntag im Mai. Am 30jährigen Jubiläum 1977 nahmen wiederum viele Gesang- und Musikvereine - insgesamt 25 - aus der näheren und weiteren Umgebung teil. Für 50jährige Mitgliedschaft Deutschen Sängerbund erhielt der Ehrenvorsitzende des MGV, Johann Michels, damals die goldene Ehrennadel. In guter Erinnerung der Sänger sind auch zahlreiche, u.a. mehrtägige Fahrten nach Konstanz, Kleinwalsertal, Siegsdorf und Maurach. Erstmals veranstaltete der Männergesangverein 1980 ein Sommerfest an der Schutzhütte "Hochwaldblick Auf Newet".
1979 wurde der Verein unter der Bezeichnung
MGV Harmonie Lorscheid 1947 e.V. in das Vereinsregister beim Amtsgericht eingetragen.
Gemeinschaftsauftritte der Chorgruppe Steffens, des damaligen Dirigenten, im Jahre 1980 und ein Konzert in der Aula der GHS Osburg, bei dem der MGV Lorscheid mitwirkte, gehören zu den Höhenpunkten der Vereinsgeschichte. Zum 40-jährigen Jubiläum im Jahre 1987 konnte der MGV wiederum zahlreiche Gastvereine zum Ehrensingen begrüßen.
Seit etlichen Jahren unterhält der Verein freundschaftliche Beziehungen zum MGV St. Katharinen in Lorscheid am Rhein. Dorthin wurde im Jahre 1988 eine Tagesreise unternommen, der 1989 und 1990 Gegenbesuche des dortigen MGV folgten. Geplant sind weitere Zusammentreffen in naher Zukunft. Auf Initiative der Verbandsgemeinde Ruwer entstand 1991 eines Musikcassette, auf der neben anderen Chören der VG auch der MGV Lorscheid mit zwei Liedbeiträgen vertreten ist.
Ein weiterer wichtiger Schritt in der Vereinschronik war die Gründung eines
Kinder- und Jugendchores im Jahre 1992, der bis heute weiterbesteht und bereits an zahlreichen Veranstaltungen, so z.B. beim Singen der Kinderchöre des Kreissängerbundes in Trier, teilgenommen hat.


——————————————————— Gründung des Gemischten Chors Lorscheid —————————————

Auch der MGV blieb im Laufe der Jahre von sinkenden Mitgliederzahlen nicht verschont. So beschlossen der MGV und der Kirchenchor Cäcilia Lorscheid 1994 sich zu einem gemeinsamen Chor zusammenzuschließen. Dieser ist seitdem unter dem Namen Gemischter Chor Lorscheid aktiv. Dirigent ist bis heute Konrad Degenhardt, der schon seit 1982 für die musikalische Leitung des MGV verantwortlich war.
Den ersten größeren Auftritt hatte der Gemischte Chor im März 1995 bei einem Konzert in Pfarrkirche Lorscheid, an dem auch der Kinderchor, der MGV Züsch und das Klosterensemble Hermeskeil mitwirkten.
Ein weiteres Konzert folgte 1998, von dem auch eine CD erstellt wurde. Hier ist auch erstmals die
Cantata des Chors zu hören, eine Gruppe hauptsächlich jüngerer Sänger und Sängerinnen, die überwiegend englisches Liedgut singen.
Unvergesslich wird die Vereinsfahrt zur Singgemeinschaft Döbriach (Kärnten) im Herbst 2001 in die Vereinsgeschichte eingehen. Der Chor gestaltete die Messe musikalisch und Pater Leo die geistliche Seite. Nach dem anschließenden Gästesingen im Pfarrgarten ging’s dann zum Kranzelsingen. Dabei war nicht nur die stimmliche Kondition gefragt.
Am 20.12.01 fand dann die letzte Chorprobe im alten Jugendheim statt, seit Januar 2002 probt der Chor in der neuen Dorfhalle.
In den Sommerferien 2006 ging dann die Ära Conny Degenhardt nach 24 Jahren zu Ende. Es war eine schöne und kreative Zeit in der der Chor seinen modernen und auf die Zukunft ausgerichten Stil fand. Für sein Engagement an dieser Stelle nochmals einen herzlichen Dank.
Neuer Chorleiter seit dem 18.09.2006 ist Thomas Siessegger. Der Chor hat seither seinen Stil von der Gitarrenbegleitung hin zum A-Capella Gesang gewandelt. Den Besuchern sind die beiden Mottoabende "Italienischer Abend" 2007 und "Film- Musical - Goslpel" in 2009 noch in bleibender Erinnerung.
Auch sonst macht der Gemischte Chor durch kulturelle Highlights im Dorf von sich reden. Die jährliche Weiberfastnacht und der 70er Jahreabend an der Kirmes 2008 sind eindrucksvolle Beispiele. Bei der 800-Jahrfeier 2011 gestaltete der Chor eine kulturelle Reise in Form einer Schulstunde durch die Geschichte Lorscheids. 2012 führte der Chor eine Chorreise nach Tübingen durch. Zusammen mit dem Chor VoiceCream wurde ein äußerst erfolgreiches Konzert veranstaltet.
Im Januar 2013 wurde leider die Probenarbeit des Kinderchors eingestellt. Die Beteiligung der Kinder war in den vorangegangenen Monaten soweit zurückgegangen, dass eine Singfähigkeit nicht mehr gegeben ist. Ende 2014 kam es zum Gegenbesuch von VoiceCream in Lorscheid. Wir veranstalteten ein wunderschönes gemeinsames Konzert das bis auf den letzten Platz schon im Vorverkauf ausverkauft war. Der Bericht in TV (siehe Link unter Bilder) gibt die Emotionen der Zuschauer in ergreifender Weise wieder.
Im Februar 2014 hat uns leider Thomas Siessegger als Chorleiter verlassen. Von Mai bis Oktober 2014 leitete Johanna Frisch den Chor. Ab Januar 2015 steht uns Katharina Rupik vor. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche und krative Zusammenarbeit.


Vereinführung seit der Gründung:

Als Vorsitzende:

Kilian Jakoby
Arnold Carls
Johann Krist
Johann Michels
Andreas Michels
Josef Schmelzer
Paul Kronz
nochmals Johann Krist
Johann Michels
Manfred Britz
Peter Molitor
Ralph Lutz

Als Dirigenten:
Paul Clemens 1947-1952
Peter Molitor 1952-1956
Willi Berens 1957-1961
Hermann Steinheuer 1962-1974
Hans Steffes 1978-1981
Rudolf Weber 1974-1978
Konrad Degenhardt 1982-2006
Thomas Siessegger 2006 -2014
Johanna Frisch 2014
Katharina Rupik ab Jan. 2015

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